Bild: DG Hülsenbusch e.V.


Gute Quartiere als Fundament für eine sorgende Gemeinschaft – Besuch des Dorfes Gummersbach-Hülsenbusch

von Andrea Eisele

27.01.2026

Hülsenbusch bei Gummersbach ist ein Paradebeispiel für eine sorgende Gemeinschaft. Bei unserem Besuch am 28.02.26 informieren wir uns über die Möglichkeiten als Inspiration für sorgende Gemeinden.


Sorgende Gemeinschaften ermöglichen ein selbstbestimmtes und teilhabeorientiertes Leben bis an das Lebensende im gewohnten Quartier. Angesichts demografischer Veränderungen und des Fachkräftemangels können sie eine starke Alternative sein. Dafür sind ein abgestimmtes Miteinander von professionellen Unterstützungsstrukturen, Ehrenamt, Familie und Nachbarschaft notwendig.

Hülsenbusch bei Gummersbach ist ein Beispiel, wie eine sorgende Gemeinschaft wachsen kann.

Das oberbergische Dorf mit historischem Ortskern, eingebettet in eine schöne Landschaft, hat – wie viele andere Dörfer – die Auswirkungen von Veränderungen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt, bei Mobilität, Konsum- und Freizeitverhalten erfahren. Die Bürgerinnen und Bürger von Hülsenbusch haben diese Herausforderungen zum Anlass genommen, die Zukunft ihres Dorfes aktiv zu gestalten – mit dem Ziel, Infrastruktur zu bewahren und das Dorf lebenswert zu erhalten.

Mit ihrem Engagement haben sie gleichzeitig ein Fundament für eine sorgende Gemeinschaft gelegt: durch starke Nachbarschaftshilfe, lokale Infrastruktur (Markt, Ärztehaus, Kneipe) und digitale Vernetzung über nebenan.de sowie engagierte Vereine und Gemeinschaftsaktionen, die Jung und Alt verbinden und auch im Alter eine hohe Lebensqualität sichern.

Bei unserem Besuch im Quartier Hülsenbusch informieren wir uns über die Aktivitäten der Dorfgemeinschaft

  • Lokale Infrastruktur sichern: Ärztehaus mit Haus- und Kinderarztpraxis sowie Tagespflege sowie ein wöchentlicher Markt sichern die Versorgung vor Ort.
  • Treffpunkte ehrenamtlich betreiben:
    • Die über 100 Jahre bestehende Dorfkneipe wird nun ehrenamtlich als Genossenschaftsprojekt betrieben, deren Erlöse ins Dorf zurückfließen;
    • Die Schützenhalle wird aktuell mit Fördermitteln des Landes für „Dritte Orte“ zu einem Begegnungs- und Kulturort weiterentwickelt
  • Digital vernetzen: Austausch und Information über nebenan.de („Dorf-App“)
  • Integration und Teilhabe fördern: z.B. über Aktionen wie ein Waldsofa und ein offener Bücherschrank
  • Angebote für Ältere stärken: Themen wie „Gute Quartiere“ und „Sorgende Gemeinschaften“ werden aktiv gefördert, um ein selbstbestimmtes Leben im gewohnten Umfeld weiter zu ermöglichen.

Hülsenbusch zeigt, wie durch die Kombination aus physischer Infrastruktur, digitaler Unterstützung und starkem bürgerschaftlichem Engagement ein lebendiges, unterstützendes Quartier entsteht, das gleichzeitig Basis für eine fürsorgliche Gemeinschaft geworden ist.

 

Ablauf des Besuchs

Treffpunkt am 28.2.26: Gaststätte Jäger e.G.Hülsenbusch, Schwarzenbergerstr. 41, 51647 Gummersbach-Hülsenbusch

11.00 Uhr: Begrüßung

„Unser Dorf hat Zukunft – die Dorfgemeinschaft Hülsenbusch e.V.“
Einführender Vortrag – Heike Brand, Erste Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Hülsenbusch e.V.

Anschließend:
Rundgang
durch den Ort mit Heike Brand

Ca. 13.00 Uhr: Imbiss in der Gaststätte Jäger

Anschließend:
Austauschrunde:

  • Gemeinsame Reflexion und Erfahrungsaustausch.
  • Welche Ansätze lassen sich auf eigene Kontexte oder Projekte übertragen?

Moderation durch Stephanie Schmitz, Netzwerk Wohnen und Versorgen Bergisches Land, Bergische Wohnschule.  Die Bergische Wohnschule organisiert Workshops zu verschiedenen Themen aus dem Bereich „Wohnen und Versorgen“.

15.00 Uhr:  Ende der Veranstaltung

 Seminarleitung: Hella Blum, ehrenamtliche Mitarbeiterin im Kirchenkreis An Sieg und Rhein

Praktische Hinweise

 Die Teilnahme ist kostenfrei
Eigene Anreise (gerne in Fahrgemeinschaften oder per ÖPNV, Haltestelle Hülsenbusch)

 Anmeldung:

Kursnummer 08C101-205

Per E-Mail an

oder telefonisch 0151-21205656

oder über diesen Link: Anmeldung

In Kooperation mit der evangelischen Erwachsenenbildung an der Agger, der evangelischen Stadtkirche Troisdorf, der Freiwilligen-Agentur für den Rhein-Sieg-Kreis und der Evangelischen Akademie im Rheinland.

Hinweis:
Der Besuch von Hülsenbusch steht im Zusammenhang mit einem Diskussionsabend
am 20. März 2026 im Johanneshaus, Kronprinzenstraße 14, 53840 Troisdorf:
Engagiert. Verbunden. Sorgend. Vortrag und Diskussion mit Pastorin & Autorin Cornelia Coenen-Marx
Weitere Infos:
https://www.evangelische-erwachsenenbildung.de/caring-communities/